fuerimmerdisco.de widmet sich mit Herz und Seele Disco.
Der Musik, dem Stil, der Zeit und den Orten, den Menschen — heute und damals!
Thomas Hermanns hat mit seinem gleichnamigen Buch (siehe links) einen von vielen Grundsteinen zu diesem Revival, zu diesem Wiederaufleben — und dieser Website — gelegt. Disco war niemals ganz weg. Vor allem nicht hier in Europa.
Musikbegeisterte, leidenschaftliche Tänzer oder Sammler, Nachgeborene und echte Fans finden Fragen und Antworten in unserem Forum.
Nun geht 2009 zu Ende und während ich am Anfang des Jahres mit dem Wunsch und dem Buchprojekt angetreten bin, die Musik UND das Lebensgefühl Disco in Deutschland wieder in den angemessenen Rahmen zu setzen, lehne ich mich jetzt entspannt zurück und höre Jan Delays aktuelle Single “Disko” (mit der Zeile “Wir lassen uns von Innen glitzern”!), blättere in der letzten Ausgabe der Zeitschrift H.O.M.E. mit der Coverstory “Disko” (als Wohnstil!) und schaue Lady Gaga weiterhin dabei zu, wie sie sich emsig, aber leicht panisch durch den ganzen Italo Disco Sound durcharbeitet (so hektisch wird man allerdings nie Valerie Dore…).
Und so ist es für mich ein guter Moment,
dieses Blog zu beschließen, allen Lesern, Leserinnen und Interessierten zu danken
und mich zu neuen Ufern aufzumachen.
Danke fürs Interesse, danke für die Beiträge im Forum
Am 30. Juli gastierte Donna Summer zu einem einmaligen Konzert in Berlin, das viel Beachtung fand und viele begeisterte Fans angezogen hat.
Grund genug, an dieser Stelle einen chronologischen Streifzug durch ihre Karriere zu machen. Die Begrenzung auf 10 Videos fällt bei dieser Sängerin schwer, wir haben versucht, besonders bemerkenswerte oder auch etwas seltenere Videos zusammen zu stellen.
1970 : Die unbekannte Tänzerin in “11 Uhr 20″
Bekanntlich war Donna Summer seit ca. 1968 in Deutschland und spielte unter anderem in der deutschen Version von “Hair”, also “Haare”, an der Seite u.a. von Su Kramer, Jürgen Marcus und Ron Williams.
Weniger bekannt ist ihre Nebenrolle als Tänzerin in dem ZDF-Fernsehdreiteiler “11 Uhr 20″ mit Joachim Fuchsberger, Götz George und Nadja Tiller, gedreht im Jahr 1969. Donna Summer wurde damals im Abspann als die “Sängerin in Bar” erwähnt, weil noch noch völlig unbekannt.
Der Titel “Black Power” ist eine Komposition von Peter Thomas und eine der ersten Aufnahmen von Donna Summer.
Donna Summers erste Plattenveröffentlichung “Sally Go Round The Roses” (1971) war kein Erfolg. Sie arbeitete weiter als Studiosängerin und wurde etwas später von Giorgio Moroder und Pete Bellotte entdeckt. Das erste Album war dann “Lady Of The Night” (1974), die erste Single “The Hostage”.
Hier in einer Version in einer holländischen Fernsehshow (aus heutiger Sicht etwas schräg):
Um die Entstehung von “Love To Love You Baby” ranken sich viele Geschichten, nicht zuletzt die aus dem Interview mit Su Kramer, dass sie ursprünglich die Idee für “ein Lied mit Sex” hatte und auch die Demo-Version eingesungen habe. Dass es Donna Summer einiges an Überwindung gekostet hat, den Titel zu singen ist bekannt. Gelohnt hat es sich dann doch, sie kam damit in den Billboard-Charts auf Platz 2 und sie wurde beim Label Casasblanca unter Vertrag genommen.
Hier “Love To Love You Baby” im zeitgemässen deutschen “disco”-Studio
Zwischenzeitlich hat Donna Summer mal wieder einen Beitrag zu einem Film geleistet, diesmal unter Nennung ihres Namens, “Theme From The Deep” (1977), Komponist: John Barry. Auf ihrem nächsten Konzept-Album “I Remember Yesterday” veröffentlichte sie einen Titel, den die englische Wikipedia als “landmark recording” bezeichnet, ein Wahrzeichen. “I Feel Love” ist der Electro-Prototyp schlechthin, dessen musikalische Reichweite bis in die heutige Tanzmusik nachzuvollziehen ist.
Produzenten sind immer noch Giorgio Moroder und Pete Bellotte:
Der nächste Ausflug zum Film. In dem leicht obskuren “Thank God It’s Friday” kämpft Donna Summer darum, auf die Bühne zu dürfen und überzeugt mit “Last Dance” und Bravour das (Film-) Publikum.
Hier die Sequenz, in der Donna Summer vergeblich versucht, den DJ zu überreden, in der Disco live zu singen. Als ihr das nicht gelingt geht sie selbstbewusst auf die Bühne und singt gegen die Musik an.
Wahrscheinlich der kommerzielle Zenith von Donna Summers Karriere. Zusammen mit Barbra Streisand singt sie den Klassiker “Enough Is Enough”, immer noch eine Giorgio Moroder Produktion.
Aber in den USA rumort es und Disco ist plötzlich out (dazu ein ausführlicher Wikipedia-Artikel bislang nur auf Englisch). Das Album “Bad Girls” spiegelt das vielleicht schon wieder. Der Sound ist rau und energetisch, gilt damals als innovativ. Die Ballade “Dim All The Lights” erreichte in den USA Platz 2, in Europa blieb der Titel fast unbeachtet. Einzige Platzierung in den Niederlanden: Platz 28.
“Hot Stuff” und “Bad Girls” waren Nummer 1 Hits mit Platin-Status.
Hier eine reichlich schräge Version mitTwiggy, Debralee Scott & Pat Ast als “Bad Girls”
Anfang der 80er Jahre wechselt Donna Summer von ihrem langjährigen Label Casablanca zu Geffen Records. Der Sound ändert sich, Gitarren ersetzten die Streicher, und der letzte Song auf dem Album “The Wanderer” (1980) trägt den Titel “I Believe In Jesus”.
An die Stelle des Produzenten Giorgio Moroder tritt Quincy Jones. 1982 arbeitet dieser an Michael Jacksons Album “Thriller”. Etwa zur gleichen Zeit wird auch das Album “Donna Summer” veröffentlicht, mit den Hits “Love Is In Control (Finger On The Trigger)” und “State Of Independence”. Einer von vielen im Chor von ‘State’ ist Michael Jackson.
Mit “She Works Hard For The Money” (1983) gelingt Donna Summer der Sprung in die neue Welt von MTV. Danach wird es still um sie, nicht zuletzt wegen ihrer angeblichen Aussage zu AIDS “es ist eine Strafe Gottes für Homosexualität”. Persönlich hat Donna Summer diese Aussage stets energisch bestritten.
1989 erscheint mit den zu der Zeit äusserst erfolgreichen Produzenten Stock, Aitken & Waterman das Album “Another Place and Time”. “This Time I Know It’s For Real” wurde in den USA und Grossbritannien zum Top 10 Hit.