Am 30. Juli gastierte Donna Summer zu einem einmaligen Konzert in Berlin, das viel Beachtung fand und viele begeisterte Fans angezogen hat.
Grund genug, an dieser Stelle einen chronologischen Streifzug durch ihre Karriere zu machen. Die Begrenzung auf 10 Videos fällt bei dieser Sängerin schwer, wir haben versucht, besonders bemerkenswerte oder auch etwas seltenere Videos zusammen zu stellen.
1970 : Die unbekannte Tänzerin in “11 Uhr 20″
Bekanntlich war Donna Summer seit ca. 1968 in Deutschland und spielte unter anderem in der deutschen Version von “Hair”, also “Haare”, an der Seite u.a. von Su Kramer, Jürgen Marcus und Ron Williams.
Weniger bekannt ist ihre Nebenrolle als Tänzerin in dem ZDF-Fernsehdreiteiler “11 Uhr 20″ mit Joachim Fuchsberger, Götz George und Nadja Tiller, gedreht im Jahr 1969. Donna Summer wurde damals im Abspann als die “Sängerin in Bar” erwähnt, weil noch noch völlig unbekannt.
Der Titel “Black Power” ist eine Komposition von Peter Thomas und eine der ersten Aufnahmen von Donna Summer.
1974 : The Hostage
Donna Summers erste Plattenveröffentlichung “Sally Go Round The Roses” (1971) war kein Erfolg. Sie arbeitete weiter als Studiosängerin und wurde etwas später von Giorgio Moroder und Pete Bellotte entdeckt. Das erste Album war dann “Lady Of The Night” (1974), die erste Single “The Hostage”.
Hier in einer Version in einer holländischen Fernsehshow (aus heutiger Sicht etwas schräg):
1975 : Love To Love You Baby
Um die Entstehung von “Love To Love You Baby” ranken sich viele Geschichten, nicht zuletzt die aus dem Interview mit Su Kramer, dass sie ursprünglich die Idee für “ein Lied mit Sex” hatte und auch die Demo-Version eingesungen habe. Dass es Donna Summer einiges an Überwindung gekostet hat, den Titel zu singen ist bekannt. Gelohnt hat es sich dann doch, sie kam damit in den Billboard-Charts auf Platz 2 und sie wurde beim Label Casasblanca unter Vertrag genommen.
Hier “Love To Love You Baby” im zeitgemässen deutschen “disco”-Studio
Donna Summer – Love To Love You Baby
1976 : Besser als Barry Manilow
Es folgten schnell hintereinander die Alben “A Love Trilogy” und “Four Seasons Of Love” (beide 1976), letzteres mit der Ballade “Winter Melody” und dem Hit “Spring Affair”. Im ersten der beiden Alben singt sie eine Coverversion von Barry Manilows “Could It Be Magic”, was viel später der erfolgreichste Hit von Take That wurde.
Hier mit dem ganzen langen Intro und mitten zwischen den Luftballons singt Pattie Brooks:
Donna Summer – Could It Be Magic
1977 : I Feel Love
Zwischenzeitlich hat Donna Summer mal wieder einen Beitrag zu einem Film geleistet, diesmal unter Nennung ihres Namens, “Theme From The Deep” (1977), Komponist: John Barry. Auf ihrem nächsten Konzept-Album “I Remember Yesterday” veröffentlichte sie einen Titel, den die englische Wikipedia als “landmark recording” bezeichnet, ein Wahrzeichen. “I Feel Love” ist der Electro-Prototyp schlechthin, dessen musikalische Reichweite bis in die heutige Tanzmusik nachzuvollziehen ist.
Produzenten sind immer noch Giorgio Moroder und Pete Bellotte:
1978 : Hit auf Hit auf Hit
Der nächste Ausflug zum Film. In dem leicht obskuren “Thank God It’s Friday” kämpft Donna Summer darum, auf die Bühne zu dürfen und überzeugt mit “Last Dance” und Bravour das (Film-) Publikum.
Im selben Jahr erscheint das Album “Live and More”, u.a. mit “MacArthur Park” und “Heaven Knows”.
Hier die Sequenz, in der Donna Summer vergeblich versucht, den DJ zu überreden, in der Disco live zu singen. Als ihr das nicht gelingt geht sie selbstbewusst auf die Bühne und singt gegen die Musik an.
Donna Summer mit “Last Dance” in “Thank God It’s Friday”
1979 : Das Ende von Disco – Enough Is Enough
Wahrscheinlich der kommerzielle Zenith von Donna Summers Karriere. Zusammen mit Barbra Streisand singt sie den Klassiker “Enough Is Enough”, immer noch eine Giorgio Moroder Produktion.
Aber in den USA rumort es und Disco ist plötzlich out (dazu ein ausführlicher Wikipedia-Artikel bislang nur auf Englisch). Das Album “Bad Girls” spiegelt das vielleicht schon wieder. Der Sound ist rau und energetisch, gilt damals als innovativ. Die Ballade “Dim All The Lights” erreichte in den USA Platz 2, in Europa blieb der Titel fast unbeachtet. Einzige Platzierung in den Niederlanden: Platz 28.
“Hot Stuff” und “Bad Girls” waren Nummer 1 Hits mit Platin-Status.
Hier eine reichlich schräge Version mit Twiggy, Debralee Scott & Pat Ast als “Bad Girls”
1982 : My name is Donna Summer
Anfang der 80er Jahre wechselt Donna Summer von ihrem langjährigen Label Casablanca zu Geffen Records. Der Sound ändert sich, Gitarren ersetzten die Streicher, und der letzte Song auf dem Album “The Wanderer” (1980) trägt den Titel “I Believe In Jesus”.
An die Stelle des Produzenten Giorgio Moroder tritt Quincy Jones. 1982 arbeitet dieser an Michael Jacksons Album “Thriller”. Etwa zur gleichen Zeit wird auch das Album “Donna Summer” veröffentlicht, mit den Hits “Love Is In Control (Finger On The Trigger)” und “State Of Independence”. Einer von vielen im Chor von ‘State’ ist Michael Jackson.
Donna Summer – State Of Independence
1989 : This Time I Know It’s For Real
Mit “She Works Hard For The Money” (1983) gelingt Donna Summer der Sprung in die neue Welt von MTV. Danach wird es still um sie, nicht zuletzt wegen ihrer angeblichen Aussage zu AIDS “es ist eine Strafe Gottes für Homosexualität”. Persönlich hat Donna Summer diese Aussage stets energisch bestritten.
1989 erscheint mit den zu der Zeit äusserst erfolgreichen Produzenten Stock, Aitken & Waterman das Album “Another Place and Time”. “This Time I Know It’s For Real” wurde in den USA und Grossbritannien zum Top 10 Hit.
Donna Summer- This Time I Know It’s For Real
2008 : Comeback mit “Crayons”
Das Comeback-Album “Crayons” nach langer Zeit wurde in den USA mit Respekt anerkannt, konnte jedoch an die früheren enormen Erfolge nicht anknüpfen.
Nichtsdestotrotz, Donna Summer ist eine überragende Sängerin und Persönlichkeit, die nichts anderes als Geschichte gemacht hat.
Donna Summer – Be Myself Again
Thankyou for the music!





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