19. Juni 2009
Das “Hustle” Fieber in Deutschland ist wieder ausgebrochen, denn immer mehr Leser und Fans von “Für immer d.i.s.c.o.” durchforschen das Netz und finden tänzerische Hustle Kostbarkeiten!
Die liebe a.n.t.j.e. hat uns einen Link geschickt zu einer wunderbaren Zeitreise durch verschiedene historische Hustle Versionen, die mal das ganze Spektrum zeigen von dem, was man zu dem Lied getanzt hat. Da ist zuerst mal die “Nostalgie Look” Paarversion, die wieder einmal nicht nur demonstriert wie der Hustle den Paartanz in die Disco Szene integriert hat, sondern auch wie im Outfit damals die 20er und 30er beschworen wurden (wie es auch Gloria Gaynor im Buch sagt) – die Perlen Käppchen und Gangster Hüte sehen immer zuerst einfach nur aus wie ein vertanztes “Ma Baker” Konzept, waren aber laut Miss Gaynor eine Abwendung vom schlampigen Hippie Look der 60er hin zum Glamour der 30ger. Also eigentlich tanzen da Carole Lombard und Cary Grant den Hustle…
Dann der “Sport Look” – ganz in rotem Spandex gibt das Paar heftig Gas unter dem Motto “wie eng können Männer- und Frauenhosen sein?” Mein Lieblingslook ist aber natürlich der “Pumphosen in Space” Look des Fernsehballetts – there has never been anything like this again. Thank God! Zwischendurch blitzt in dieser Collage der guten Laune immer mal kurz die Gruppentanzversion auf und am schönsten finde ich das Bild, dass dieses große Orchesterstück im TV wirklich nur mit Van Mc Coy am Klavier und einem Backgroundduo aufgeführt worden ist – das gibt den Klang des Liedes ja nicht ganz wieder! Aber die Perlen Käppchen und die Choreo reißen es ja wieder raus! Danke a.n.t.j.e.!
Die Reihenfolge entspricht der Häufigkeit der positiven Erwähnungen … diesmal von oben nach unten.
Platz No 1 : Gloria Gaynor – Never Can Say Goodbye
Gloria Gaynor wurde eindeutig am häufigsten genannt.
Und dazu qeerbeet alle ihre Titel.
Ganz oben: “I Will Survive” und “Never Can Say Goodbye”.
Hier “NCSG” aus dem Jahr 1975.
Ein wahrer Videoleckerbissen! Mit tanzendem Publikum, bei dem man sehr gut studieren kann, wie es im Studio 54 auf der Tanzfläche zuging. Und wir erfahren, wer den männlichen Part singt.
Um einen Kommentar von der Seite zu zitieren: “Sing it France”.
Die Titelauswahl bei Marianne Rosenberg fällt nicht leicht, da könnte man schon fast ein eigenes Disco-Inferno draus machen. Die Wahl fiel auf dieses Video, weil es so schön zeigt, wie damals deutsches Fernsehen aussah (und der Ton ist gut).
Dieses Video bietet, trotz relativ geringer Qualität, viel Anschauungsmaterial zu Tanzstil, Outfit und Haare. Und erinnert sich noch jemand daran, dass es üblich war, in der Disco eine Seifenblasenmaschine zu haben? Wem der Ton zu leise ist, der hört besser hier.
Ab hier finden die Damen nur noch eine einzelne Erwähnung im Forum und eine Rangliste ist nicht möglich. Deshalb hier in alphabetischer Reihenfolge und schwesterlich vereint:
In dieser ersten Ausgabe unserer Disco-Video-Hitparade steigen wir gleich mit unseren “all-time-favourites” ein. Wir zeigen die Titel, die wir immer geliebt haben und die wir immer lieben werden, so wie wir sie bei YouTube finden konnten.
Los geht’s, wie immer in umgekehrter Reihenfolge:
Platz No 10 : Gonzales – Haven’t Stopped Dancing Yet
Gonzales hat alles, was Disco benötigt. Die Band umfasst fast 30 Musiker, der Rhythmus ist heftig perkussiv, das Orchester grossartig, die Melodie ein Ohrwurm. Und die Outfits und die Farben sind echt Siebziger.
Video und Ton sind leider von geringer Qualität, die Bedeutung von “Ten Percent” ist jedoch enorm. Dieser Titel erschien als erste kommerziell erhältliche Maxisingle (12″). Grund genug, Double Exposure hier zu würdigen. Und für eine bessere Tonqualität hört man hier rein.
Die deutsche Philly-Queen bei Disco ‘75. Das ist eine doppelte Zeitreise in Bild und Ton, denn zeitgleich mit Gloria Gaynor stand dieser Titel mit seinem vollen Sound bei uns in den Hitparaden.
Platz No 7 : Sister Sledge – He’s The Greatest Dancer
Mit dem “Greatest Dancer” ist natürlich ein Tänzer im Studio 54 gemeint und die Textzeile “Halston, Gucci, Fiorucci” ist das heimliche Motto des Studios. Ein charmantes Detail zur Textzeile “please take me home” findet man im Interview mit Sister Sledge, das Thomas für sein Buch mit den Damen geführt hat.
Auch Bollywood wurde von der Disco-Welle erfasst, wenn auch etwas verspätet (Disco Dancer, 1983). Natürlich verbunden mit der Anmut, Erotik und Drama indischer Liebesfilme. Bollywood-Fans und Freunde üppiger Beleuchtung betrachten den gesamten “International Dancing Competition” hier.
Platz No 5 : Linda Clifford – Bridge Over Troubled Water
Der Klassiker von Simon and Garfunkel in einer Powerversion von 1979, produziert von Gil Askey. Das ist ein Prototyp des “House-Anthems” und in der 10:20min von Jimmy Simpson eine Disco-Grundfeste.
Hier in einer besonders schönen Darbietung im ZDF, inklusive Orchester, einem Tänzchen am Ende und zweifarbig beleuchteter Kulisse. Und nein, Frau Charles ist nicht dick.
Dieses Video ist “echt alt” aber auch echt in Stil und Gefühl.
Wer genau hinschaut bekommt viele Anregungen für Originaloutfits und wirklich originale Tanzschritte (von den Frisuren ganz zu schweigen). Und schon damals wurde zitiert (sprich gesampled): ab 1:52 die Bassline von Lovemachine (Supermax, 1977)
Platz No 2 : Love Unlimited Orchestra – Love’s Theme
Das sind die Wurzeln von Disco (1973). Der Groove ist sexy, aber der Beat ist noch verhalten. Die Geigen in voller Pracht, arrangiert von Barry White (Dirigent) und Gene Page (u.a. Diana Ross, Michael Jackson). Von besonderem Interesse: so sieht ein Disco-Orchester aus. Sehr viele Streicher, echte Bläser und eine eigene Rhythmus-Sektion. Dazu viele Mikrophone und ein tanzendes Publikum!
Der original Munich Sound von 1975. Die markanten Streicher bereiten den Weg zum weltweiten Erfolg (Platz 1 der amerikanischen Hitparade). Michael Kunze und Sylvester Levay legen das Fundament für Eurodisco und werden in Amerika gefeiert (aber auch angefeindet). Wer das Interview mit Penny McLean gelesen hat, der hat -wer sehr genau hinschaut – besonders große Freude an diesem Video (Penny, You are just great!)
Ende April 2008 traf Thomas Hermanns Gloria Gaynor in London, um für sein Buch mit der “Queen of Disco” über die Musik und die Anfänge von Disco zu sprechen. Hier ein Auszug davon:
Disco ist ein Lächeln aus dem Herzen.
Thomas (TH): Als ich mit Sister Sledge gesprochen habe und sie fragte: „Was ist das erste Adjektiv, das Euch in den Sinn kommt, wenn Ihr an Disco denkt?“, sagten sie: „uplifting – erhebend, etwas, dass dich aufrichtet“.
TH: Wann sind Sie diesem Gefühl das erste Mal begegnet?
GG: Nun, als wir meine erste Aufnahme Honey Bee gemacht haben. Wir stellten fest, dass plötzlich diese Clubs auftauchten, ich weiß noch nicht mal, ob man die damals Diskotheken nannte, es waren eher Cabarets, sie räumten die Stühle von der Mitte des Raumes vor der Bühne, um überhaupt eine Tanzfläche zu schaffen. Und es gab oft einen Schrank in diesen Läden, da sägten sie die obere Hälfte der Tür weg, nahmen ein einfaches Holzbrett, legten es darüber und da stand dann der DJ in dem Schrank mit seinen Schallplatten – und das war dann die erste DJ-Kabine und der frei geräumte Boden war die erste Tanzfläche. Weiterlesen "Interview mit Gloria Gaynor"
If you could read my mind! Warum begeistert mich der Disco Sound und Stil heute immer noch, immer wieder und läßt mich nicht los? Warum gebe ich viel zu viel Geld aus für alte Vinyl Maxis von Giorgio Moroder, Tina Charles oder First Choice? Warum habe ich ein Buch zu dem Thema geschrieben, das im Februar 2009 herauskommt und sowohl meine Pubertät erzählt als auch die zeitgleiche Geschichte von Disco schildert? Weil ich heutzutage etwas vermisse. Ich vermisse beim Ausgehen oft den Spaß auf dem Tanzboden, die gemeinsame Freude an der Musik und den Moves und das kollektive Aufschreien, wenn ein gutes neues Lied kommt DAS EINEN TEXT HAT! Ich vermisse den Glitzer und den Glamour, das Sich-Zurecht-Machen für den Abend, die Sexiness und die Farben, das Außergewöhnliche von nur eine Samstag Nacht. Weiterlesen "I’M BRINGING DISCO BACK (YEAH)"